Die Sache mit den Seitenzahlen…

Ich erwische mich selbst immer wieder dabei, dass ich beim Bücherkauf erst mal reinschaue, wie lang das Werk ist. Wenn ich schon Geld ausgebe, will ich auch mengenmäßig etwas geboten bekommen. Und Seitenschinderei mit großen Schriften, Absatzorgien und „Illustrationen“ mag ich nicht besonders. Ein Buch soll mich ein paar Tage beschäftigen können, was bei mir als Schnellleser schon eine Herausforderung ist.
Für andere.
Als Schriftstellerlehrling war für mich die Zahl der Seiten das Maß aller Dinge. Die Lyriker (und vor allem die, die es sein wollten), hatten es ja ziemlich leicht, ein „Werk“ zu vollenden. Da reichte auch schon mal ein Vierzeiler, um sich als ernstzunehmender Autor zu fühlen.
Der Prosa produzierende Mensch hatte es da schon etwas schwerer. Je länger der Text war, desto besser, und umso größer die Hoffnung, das Ding irgendwo mal unterzubringen. Das große, angeschmachtete Ziel, das wie der Mount Everest irgendwo am Horizont lauerte (oder die Salaspitze und die Niranadel, wir sind ja auf Memiana), hieß immer „Roman“. Den wollten wir schreiben. Unbedingt. Irgendwann. Aber vorher war die magische Zahl 100 zu überschreiten. Was für ein Hochgefühl, 100 (in Worten: Einhundert) Seiten geschrieben zu haben. Zusammenhängende Seiten.
Ja, ich weiß, der Opa erzählt wieder vom Krieg.
Aber eine Einleitung brauche ich trotzdem.
Heute sind Seitenzahlen nicht mehr das ganz große Thema für mich. Ich habe inzwischen ein paar Blätter gefüllt (mindestens 150.000, habe ich mal durchgerechnet, da natürlich Drehbücher in allen Fassungen mitgezählt; da kommt was zusammen). Trotzdem lasse ich mir nicht gerne Seiten klauen, wenn ich sie mal geschrieben habe.
Beim E-Book scheint dies aber die Regel zu sein. Ich habe keine Ahnung, nach welchen Kriterien die Plattformen Seiten zählen. Verstehen kann ich es nicht.
Die ersten beiden Bände von Memiana jedenfalls sind mit völlig falschen Angaben garniert und wir haben keine Möglichkeit, das in den Standardeinstellungen zu korrigieren.
„Ewige Wacht“ wird mit 350 Seiten und 1992 KB Dateiumfang angegeben.
In Wirklichkeit hat das Manuskript aber 432 Seiten.
Bei „Die verborgende Stadt“ ist es noch absurder. Da steht, die Datei hätte 3644 KB. Aber deshalb ist das Buch nicht länger, sondern kürzer. 344 Seiten errechnet der Zufallsgenerator. Hallo, geht’s noch? Band 2 hat 546 Manuskriptseiten!
Manuskripte SeitenzahlenÄrgerlich ist das Ganze für mich, weil ich mir gut denken kann, dass potentielle Käufer sich auch anschauen, welchen Umfang das Werk hat, das sie da erwerben. Und Seitenzahlen im 300er Bereich sind für das Genre Substandard.
Deshalb will ich an dieser Stelle mal vorsichtig darauf aufmerksam machen, dass es ganz sicher keinen Band Memiana geben wird, der weniger als 400 Seiten hat.
Eher mehr.
Oft genug viel mehr…

 


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